Warum wir Sterbende segnen

Zeichen und Sätze (Ausschnitt, Koblenz)

Sterben gehört zum Leben.
Wer aufs Sterben zugeht, braucht neben medizinischer und pflegerischer Versorgung vor allem respektvolle Aufmerksamkeit, einfühlsame Zuwendung, menschliche und je nach persönlichem Bedürfnis auch spirituelle Begleitung.

Bei einem Segen für einen sterbenden Menschen geschieht etwas Besonderes: Vor Gott wird das einmalig gelebte Leben in den Blick und in die Berührung genommen. Der Körper des Menschen wird gesegnet mit dem Kreuzzeichen. Es kann nur auf die Stirn gezeichnet werden, oder auf Stirn und beide Hände, diese können unterfasst werden, um so den Zuspruch zu unterstreichen. Das können wir alle tun. Deshalb laden wir immer wieder auch die Angehörigen und auch Kinder dazu ein, den sterbenden Menschen in ihrer Weise zu segnen: Einzeln, still, mit eigenen Worten.

Segnen heißt, den Menschen Gott anvertrauen.
 
Wer segnet, vertraut darauf, dass Gott sich diesem Menschen zuwendet. Alles, was ein Leben ausmacht, findet bei Gott ein gutes Ende und kommt mit Jesus Christus zur Auferstehung. Jede und jeder darf segnen.

Es können zum Beispiel folgende Segensworte gesprochen werden:

Gott segne und behüte Dich.

Dein Leben ist einmalig und kostbar – es sei gesegnet im Angesicht Gottes.
Gott nehme Dich bei der Hand und führe Dich durch Dunkelheit und Nacht ins Licht.

Der Segen Gottes sei mit Dir.

Was Du nicht zu Ende bringen konntest, möge Gott vollenden.
Was noch verknotet ist, helfe Gott lösen, was nicht vergeben ist, helfe Gott verzeihen.
Die Liebe, die Du geschenkt hast, komme tausendfach auf Dich zurück und sei Dir Brücke in das Reich Gottes.

Amen.