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... vor der Osterkerze in der katholischen AKH-Kapelle in der Osterzeit 2006
Mein Blick jedoch bleibt nicht an den Nägeln hängen. Immer wieder wandert er hinauf ins Licht. Die Nägel sind - so scheint es - doch nicht das Maßgebliche, das Wichtigste, das ins-Auge-Springende. Andererseits sind diese Verletzungen der Kerze auch immer da. Sie lassen sich nicht wegleugnen. Würde sie jemand vandalisch abreißen, blieben hässliche Löcher zurück. Mein Leben ist genau besehen so eine Kerze. Trotz der vielen Hässlichkeiten und Wunden gab mir Gott sein Licht. Ich darf so sein wie ich bin und bin von ihm "angesehen". "Und wenn auch Vater und Mutter dich verlassen - ich verlasse dich nicht" schreibt der Prophet völlig optimistisch. Und in der Frohen Botschaft lesen wir, dass wir zwar "alten Schläuchen" gleichen, aber nichtsdestotrotz "guten Wein" tragen. Und unsere (röm.-kath.) Kirche fällt mir dazu ein. Wer würde die Narben und Wunden leugnen wollen, die Nägel an ihr. Mein Blick aber geht an diesen vorbei nach oben hin zum Licht. Im AKH erleben wir jeden Tag diesen Kontrast zwischen Vertrauen und Verzweiflung, Heiß und Kalt, Kankheit und Heilung, ja auch: Tod und Leben. Wir sind alle wie die Osterkerze: warmes Licht und kalte Nägel. Das Eigentliche der Kerze ist jedoch immer noch das Licht. (SN) und wieder nach oben >> |
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