Ort der Erinnerungin der evangelischen AKH-Kapelle
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im AKH bemühen sich um eine gute Begleitung der PatientInnen. Jetzt gibt es auch einen Ort der Erinnerung — in der evangelischen Kapelle — zu den Mütter, Väter, Paare oder Familien mit ihrer Trauer gehen können. Denn das ist häufig das Schlimmste: wenn von sehr früh verstorbenen Kindern nichts bleibt, kein Bild, kein Grabstein, kein Ort der Erinnerung.
Zum Fest der Eröffnung
am Dienstag, dem 5. Oktober 2010
ab 17:00 Uhr
in der evangelischen AKH-Kapelle, Ebene 5,
durch den Bischof der evangelischen Kirche AB
Dr. Michael Bünker
und den ärztlichen Direktor des AKH
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Krepler
in Anwesenheit des katholischen Weihbischofs
Dr. Franz Scharl
laden die evangelischen AKH-SeelsorgerInnen recht herzlich ein! für das Team: Margit Leuthold und Peter Mömken.

DIE | 05 | OKT | 2010 | AB | 17:00 | UHR |
Evangelische Kapelle im AKH Wien, Eingangs-Ebene 5
(Haupteingang Gürtel / U6 Michelbeuern-AKH) | |
Zarte Blüten
gehen auf. Die evangelischen Seelsorger sind stolz auf ihre Idee und ihr Werk: "Ab sofort gibt es für verwaiste Eltern bzw. für zu früh verstorbene Kinder einen „Ort der Erinnerung“ in der evangelischen Kapelle".
 | DAS ALLGEMEINE KRANKENHAUSder Stadt Wien ist eine Stadt in der Stadt. Im größten Krankenhaus Österreichs mit rund 2.000 Betten und rund 10.000 MitarbeiterInnen treffen Tausende Menschen verschiedener Herkunft, Religion, Kulturen, sozialer Schichten und unterschiedlichen Alters aufeinander.
Als einziges Krankenhaus in Wien hat die evangelische Kirche in Österreich auf der Ebene 5 eine eigene Kapelle zur Verfügung, um Menschen zum Gebet und zum Gottesdienst einzuladen.
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Die evangelische Kapelle befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur katholischen Kapelle, sowie zu den Gebetsräumen der jüdischen und der islamischen Religionsgemeinschaften. Auf der Ebene 5 befindet sich auch der Haupteingang zum AKH; viele BesucherInnen gehen an den Gebeträumen vorbei.
Die evangelische Kapelle ist im vergangenen Dezember umgestaltet worden, um trauernden Eltern einen Ort der Erinnerung für ihre verstorbenen Kinder anzubieten.
 | FRAUENHEILKUNDE —
EINE HOCHFREQUENTIERTE STATION IM AKH Neben vielen anderen wichtigen und international anerkannten Fachabteilungen ist auch die Universitätsklinik für Frauenheilkunde des AKH Wien eine hoch frequentierte Station. Die fünf Abteilungen für Geburtshilfe und Gynäkologie, für gynäkologische Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung , für pränatale Diagnostik und Therapie und für spezielle Gynäkologie haben sich in der Diagnose, Behandlung und Betreuung von problematischen Schwangerschaften einen internationalen Ruf erworben.
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Das AKH Wien ist inzwischen das wichtigste Krankenhaus in Wien für die Behandlung von Risiko- und Problemschwangerschaften geworden. Bereits 2001 hat der Pflegedienst der Station 16 E eine Leitlinie für die Betreuung bei Verlust des Kindes entwickelt, das sich mit einer qualitätsvollen Fürsorge von trauernden Eltern beschäftigt, u. a. auch mit den Möglichkeiten zur seelsorglichen Begleitung, zur Taufe und zur Bestattung der verstorbenen Kinder. Auch in den drei Abteilungen für allgemeine Pädiatrie, Neonatologie, angeborene Störungen und Intensivmedizin und für Pädiatrische Kardiologie des AKH werden häufig kritische Krankheitsverläufe bei Kindern behandelt und begleitet.
 | „ICH HÄTTE MEINEM KIND NOCH SO VIELE SCHÖNE ERFAHRUNGEN in seinem Leben gewünscht. Und jetzt hat es noch nicht einmal eine Chance zum Leben gehabt.“ So fasste einmal eine betroffene Mutter ihre Verzweiflung in Worte. Oft hören wir ähnliches von anderen Betroffenen.
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Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Krankenhaus bemühen sich um eine gute Begleitung. Nun gibt einen Ort, an den Mütter, Paare und Familien mit ihrer Trauer gehen können. Denn das ist häufig das Schlimmste: wenn von sehr früh verstorbenen Kindern nichts bleibt, kein Bild, kein Grabstein, kein Ort der Erinnerung. Aber jedes Kind stirbt zu früh für eine Mutter, für einen Vater.
In der Evangelischen Kapelle gibt es jetzt einen Ort für alle, die um ihr Kind trauern. Die Erinnerung an jedes Leben steht im Vordergrund.
 | EINE ERINNERUNG AN JEDES LEBENEine Fachjury hat aus drei Einreichungen eine Bildinstallation der Künstlerin Päivi Vähälä ausgewählt. In dem Bild stehen Blüten, Knospen und Blätter für das zarte Leben und symbolisieren die Einmaligkeit jeden Lebens. Die interaktive Wandgestaltung daneben führt die Blütenmotive mit Tonperlen fort. Für jedes verlorene Kind können dort alle Trauernden, unabhängig von ihrer Konfession oder Religionszugehörigkeit, eine unverwechselbare Perle befestigen.
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„Mir liegt es sehr, heilende Kunst, Objekte und Orte der Ruhe und des Gleichgewichtes, Inhalte mit Freude zu schaffen“, sagt Päivi Vähälä zu ihrem Entwurf. „Bei der Umsetzung ist es mir auf einmal ganz deutlich geworden, dass ich das Bild für die Kinder gemalt habe. Und die Perlen aus Keramik sind noch viel schöner geworden, als ich es mir vorgestellt habe.“
 | BLÜTENMOTIVE UND TON-PERLENDer Ort verzichtet bewusst auf christliche Symbolik. Vielmehr erzählen die Blüten und die Perlen von Liebe und Wert des Lebens in einem zerbrechlichen Wesen.
Dank der Zusage des Ärztlichen Direktors Univ. Prof. Dr. Krepler hat das Allgemeine Krankenhaus einen Teil der Kosten für Kunstwerk und Umgestaltung der Kapelle übernommen. Die andere Hälfte der Kosten für das Kunstwerk und die Umgestaltung der Kapelle wurden innerhalb der Evangelischen Kirche über Spenden zusammen getragen.
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„Was uns besonders freut, ist dass sich auch unsere lieben Kolleginnen und Kollegen vom Interreligiösen Team an den Spenden beteiligt haben. Das zeigt uns, dass dieser Ort tatsächlich von Menschen ganz unterschiedlicher Glaubenstradition her angenommen wird“, sagen Margit und Peter, die in den nächsten Monaten noch viel Energie in die Öffentlichkeitsarbeit stecken werden. „Wir werden in den nächsten Monaten sicherlich viele Termine mit interessierten Einzelpersonen oder MitarbeiterInnen-Gruppen im Haus haben. Wir möchten gerne individuell den Ort vorstellen und Anregungen geben, wie eine tröstliche Nutzung des Ortes bei uns möglich sein wird.“
Margit Leuthold & Peter Mömken
evangelische Seelsorger am AKH
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