"Ethik und Ethos in der Klinischen Krankenhausseelsorge und in der Universitätsmedizin" - Vorlesungsreihe

Im WINTERSEMESTER 2019/20 wird die Reihe "Religionen/Seelsorge/Ethik im AKH" unter dem Titel "Ethik und Ethos in der Klinischen Seelsorge und in der Universitätsmedizin" mit dem Schwerpunktsthema" Digitalisierung und Technisierung in Menschlichkeit" fortgesetzt. (siehe und Konzept Seite unten!)
Die Vorlesungsreihe/Seminare/ Praktika werden in Zukunft nur in den Wintersemestern durchgeführt, die Sommersemester stehen der Planung, Konzeption und Organisation zur Verfügung! 
Begonnen wurde im Anschluss an den jährlich stattfindenen Ökumenischen Gottesdienst (EIINLADUNGSFOLDER2019/20) zum Studienjahrbeginn und zum Gedenktag Cosmas und Damian (Patrone der Medizinischen Fakultät Wien seit 1429 - Segnung des Zepters der Med.UNI Wien aus dem Jahre 1615​, auf welches noch heute die Gelöbnisformel zur Sponsion und Promotion gesprochen wird) zum Beginn des Wintersemesters und einer interreligiösen Auftaktveranstaltung, die Vorlesungen bzw. Seminare finden von Oktober bis Jänner - vorerst 1X monatlich- statt.
Wintersemester 2019/20: Beginn Donnerstag, 19. September 14.00 Uhr - 1. Vorlesung in der Reihe" "Digitalisierung und Technisierung in Menschlichkeit" anschließend 16.00 Uhr r.k. Kapelle AKH: Ökumenischer Gottesdienst zum Cosmas und Damian Gedenktag MED.UNI Wien:
zum Studienjahr- und Semesterbeging der MED UNI Wien; rund um den Gedenktag von Cosmas und Damian; PREDIGT: Superintendent der Evang. Kirche A.B. Wien Mag. Dr. Matthias Geist

Anrechenbar als freiwillige Lehrveranstaltung / Fortbildung

Team  Univ.-Prof. Dr. med. Johannes A. Hainfellner, Leiter (komm.) Klinisches Institut für Neurologie (Obersteiner Institut) Medizinische Universität Wien – Allgemeines Krankenhaus; Rektor P. Mag. Dr. Alberto Marques de Sousa MI, Röm.Kath. Klinische Seelsorge im AKH und Pfr. Mag. Arno Preis, Evang. Klinische Seelsorge im AKH.
Wissenschaftlicher Beirat (21 Personen: VertreterInnen aus MedUni Wien, UNi Wien, Pflegediensten, Klin. Psychologischer Dienst, Religionen und Konfessionen {röm. kath., evangelisch, orthodox., altorientalisch/kopt.orth.; jüdisch, islam., buddh.})

Unser großer Dank gilt Herrn Univ.-Prof.em. Dr. Georg Simbruner, PhD in Theologie, der seit Beginn dieser Vorlesungsreihe, die große treibende Kraft und ihr Grarant war!
Diese erfolgreiche Vorlesungsreihe ist auf Initiative von Univ.-Prof. Dr. Georg Simbruner, Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber und in Zusammenarbeit mit der evangelischen und mit der katholischen Krankenhausseelsorge, unter Federführung von Pfarrerin Dr.in Margit Leuthold, zustande gekommen und wurde seit Februar 2014 durchgeführt.

SIEHE: ARCHIV ab 2017
 

WINTERSEMESTER 2019/2020 Ethik-Vorlesungszyklus „Mit-Menschlichkeit in Digitalisierung und Technologie“

  1. 19.9.2019, 14:30 Uhr im Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH; Hörsaal wird noch bekanntgegeben
    Sozialwissenschaftlicher Vortrag: Menschenbild und Körperbild im digitalen Raum (Thorsten Benkel und Matthias Meitzler, Univ. Passau
    siehe Archiv (Abstracts)

     
  2. 24. Oktober 2019, 16:00-18:00 Uhr im Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH; Hörsaal 5, 7. Ebene
    Prof. Dr. Tanja Stamm, Institut für Outcome Research, Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik, und Intelligente Systeme
    Thema:
    Der alte und gebrechliche Mensch: Nutzung von Digitalisierung und Technologie im Sinne der Lebensstützung und Menschenwürde
    und Statement der Religionen
    siehe ARCHIV (Abstracts)
     
  3. 28. November 2019, 16:00-18:00 Uhr im Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH; Hörsaal 5, 7. Ebene
    Prof. Dr. Christoph Aufricht, Univ.Klinik für Kinder- und Jugendheilkunge (in Anfrage)
    Thema:
    Digital Natives – Einfluss von Digitalisierung und Technologie auf das sich entwickelnde Kind
    ABTSRACT
    Digital Natives“ (Mark Prensky) beschrieb 2001 die Generation von Kindern, die in einer digitalisierten Welt aufwachsen, in der Computer und Smartphones vom Babyalter an „dazugehören“. Heute, 18 Jahre später, sehen wir Vor- und Nachteile aus einer differenzierteren Perspektive, und neue Begrifflichkeiten wie „Digital Orphans“, „Digital Exiles“ und „Digital Heirs“ kategorisieren die sozialen Phänomene der Digitalisierung im Alltag.
    Vor diesem Hintergrund wird Christian Popow versuchen, Wirkung und Gefahren der Digitalisierung,  insbesondere die Veränderungen von Freizeitverhalten, Interaktion, Kommunikation, Kulturverständnis usw. aus der Sicht eines Kinderarztes und Kinderpsychiaters darzustellen. Die Faszination der digitalen Spielwelt und ihre Folgen stehen dabei im Mittelpunkt.
    In Folge wird Lukas Kaltenegger aus Sicht eines jungen Arztes die Bedeutung und Chancen der Digitalisierung in der medizinischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen an der MedUni anhand aktueller Projekte darstellen, sowie als Vater sehr junger Kinder seine persönlichen Gedanken zum Umgang mit der Digitalisierung aus Sicht des Kinderarztes mit dem Publikum teilen. Selbst zur Zeit des Erwachens des World Wide Webs aufgewachsen wird er außerdem über die Erfahrungen mit seiner eigenen "Digitalisierung des Erwachsenwerdens" reflektieren.
    Auf Basis dieser Vorträge von medizinisch-wissenschaftlichen Experten können weitere ethische und spirituelle Überlegungen interdisziplinär diskutiert werden, um aus eventuell unterschiedlichen Ansichten lernen zu können.
    Jüdischer Input
    Dr. Willy Weisz, Jüdische Patientenbetreuung am AKH Wien

    Wie „Digital Natives“ lernen, mit sich, ihrer Umwelt und der Technik umzugehen, hängt in erster Linie davon ab, wie ihre Lehrer, sowohl die Eltern wie die Berufspädagogen, sie dabei anleiten. Das große Problem dabei ist, dass diese es im Allgemeinen nicht können, da auch sie es nicht gelernt haben.
    Die radikale Methode, Smartphone und Computer nicht zu Kraken werden zu lassen, ist ihre Verwendung ganz zu unterbinden. Sie wird in einigen Gruppierungen des extrem streng observanten Judentums eingesetzt. Dort sind die einfachen Handys ohne Internetzugang auch heute noch ein Verkaufsschlager. Für Kinder bedeutet dies natürlich den großen Nachteil, dass sie immer wichtiger werdende Fähigkeiten nie erlernen. Eine mildere Form der Abschirmung der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Erwachsenen ist der Einsatz von „religiös zertifizierten Filtern“, die „unerlaubten“ Inhalt unterbinden. Wer dabei an den gerade erst 1966 abgeschafften „Index“ der katholischen Kirche denkt, hat nicht unrecht. Die beste Methode besteht darin, gemeinsam mit Kindern die Inhalte von Informationen, die im Internet angeboten werden, zu analysieren und zu diskutieren.
    Für die Folgen des exzessiven Internetkonsums wie das Verlernen, in Büchern zu lesen, oder mit Gleichaltrigen oder Familienmitgliedern zusammenzukommen und zu interagieren, hat die jüdisches Religion ein probates Mittel: Nach heutigem Verständnis umfasst das biblische Arbeitsverbot am Schabbat (vom Sonnenuntergang am Freitag bis Einbruch der Nacht am Samstag) das Schalten von elektrischem Strom, also ist auch die von Menschen ausgeführte Eingabe in elektronische Geräte verboten. Gleiches gilt zusätzlich für die anderen Feiertage. Da die „schöne elektronische Welt“ jede Woche zumindest einen Tag lang ausfällt, wird das Lesen von Büchern als Freizeitbeschäftigung auch nicht verlernt.

    Islamischer Input
    Dr. Abdurrahman Reidegeld, Institut Islamische Religion an der KPH Wien/Krems und Erkan Erdemir, MA, Islamische Spitalseelsorge Österreich

    Der Mensch und die gesamte Weltgemeinschaft ist in einer Interaktion mit der digitalen Welt eingebunden, aber leidet zunehmend daran, dass sie sich selbst verliert. Wenn der Bezug zu den Sinnen, das Begreifen (im wahrsten Sinne „Be-greifen“) immer mehr durch eine digitale Vorspiegelung ersetzt wird, besteht die Gefahr, dass auch menschliche Gefühle sich auf die digitale Welt verschieben.
    Im ehrenwerten Qur’an wird beschrieben, dass der Weg des Selbst-Verlustes mit der Selbst-Lüge und der Missachtung der Gaben beginnt, die Gott den Menschen zur Verfügung stellt („Und wenn die Bewohner der Städte geglaubt und Gottesfurcht gezeigt hätten, dann hätten Wir Ihnen die Segnungen von Himmel und Erde eröffnet, doch sie zogen es vor zu lügen, und so erfasse sie das, was sie auf diese Weise zu erwerben pflegten“) (Sure al-A‘rāf, Vers 96).
    Zweifellos hat die Digitalisierung auch viele Erleichterungen gebracht und etliche Vorgehensweisen erst ermöglicht, aber sie ist auch zu einer Quelle der Scheinbarkeit und Ent-Wirklichung geworden: vielleicht hat jemand in den digitalen Socialmedia tausende von Freunden, aber wenn es mir schlecht geht, gibt es niemanden von ihnen in der festkörperlichen analogen Welt, der dem Menschen beisteht.
    Auf die Frage des Warum und Wohin findet die Menschheit im Digitalen keine Antwort. Um so wichtiger, dass es zumindest weiterhin eine Welt der Innerlichkeit, der Transzendenz und Erfüllung gibt, auf die der Mensch wie eine Kompassnadel ausgerichtet bleibt, damit er in der postmodernen Umgebung seinen Lebenslauf nicht ins Sinnlose und Leere laufen lässt.

  4. 23. Jänner 2020, 16:00-18:00 Uhr im Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH; Hörsaal 5, 7. Ebene
    Prof. Dr. Eva Schaden, Univ. Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, und Schmerztherapie (zugesagt)
    Thema: Kommunikation in Gesundheitssystemen: Auswirkungen von Digitalisierung und Technologie auf das Arzt-Patientenverhältnis